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Mittwoch, 28. Januar 2015

Gartenträume - Pläne für das neue Gartenjahr

Während das Wetter draußen Kapriolen macht und von Kälte und Schnee über Regen bis zu Plusgraden über 10 Grad alles im Angebot ist, wünsche ich mir sehnlichst den Frühling herbei.

Der Januar ist ja für manche schon der Startschuss, um mit dem Heranziehen von Pflanzen für den Garten zu beginnen - so sie denn ein Gewächshaus oder eine sehr warme Ecke am Balkon oder am Haus haben. Zumindest bei Paprika sollte auch ich jetzt langsam in die Puschen kommen und Pflänzchen heranziehen, weil diese so eine lange Zeit für die Reife benötigen.

Gurken, Tomaten, Zucchini und Kürbis werde ich wieder erst später, wahrscheinlich im März, heranziehen (auch April würde normalerweise noch reichen, zumindest für Gurken, Zucchini und Kürbis, aber in den letzten Jahren war es bei uns im Frühjahr so mild, dass es besser ist, ich bin früher dran). Diese Sorten wachsen sehr schnell, und dann habe ich keinen Platz mehr für sie im Haus. So etwas wäre nur sinnvoll bei einem beheizbaren Gewächshaus, aber für frühere Ernte möchte ich keinen Strom verplempern, also fällt das flach.

Aber ich schwelge in Plänen für dieses Gartenjahr. Gerade bin ich dabei, meine Bestellung bei Dreschflegel fertigzumachen (http://www.dreschflegel-shop.de). Dreschflegel geht es darum, die Sortenvielfalt zu erhalten, und samenfestes Saatgut anzubieten. Dabei fungiert der Shop als zentrale Stelle, damit die 14 angeschlossenen Biohöfe sich auf den Anbau und die Gewinnung von Samen konzentrieren können. Der Vertrieb von Samen ist inzwischen zum allergrößten Teil in der Hand von wenigen weltweiten Großkonzernen. Die wenigen Sorten, die noch angeboten werden, können gar nicht angepasst sein an unser Klima und unsere Anforderungen. Dadurch sind sie anfälliger für Krankheiten, gegen die natürlich vielerlei Mittelchen helfen, die praktischerweise auch von denselben multinationalen Konzernen angeboten werden. Das brauche ich aber nicht. Ich möchte lieber robuste Sorten, die in unserem Klima gedeihen und von denen ich selbst Samen abnehmen kann.

Außerdem liebe ich es, neue Sorten auszuprobieren. Ich bin am Stöbern in den diesjährigen Angeboten und habe mir schon einiges ausgesucht, was ich dieses Jahr ausprobieren werde. Manches kann daneben gehen, so dass einmal eine Sorte Samen nicht aufgeht, so wie in den letzten Jahren ab und zu geschehen, aber Samen sind eben etwas Lebendiges, und Leben ist immer überraschend und nicht immer planbar. Die Witterungsverhältnisse sind auch nicht immer gleich, und oft bin ich zu faul, um für jede einzelne Sorte die genauen Pflegebedingungen zu lesen, so dass auch aus diesem Grund schon mal etwas daneben gehen kann. Hinterher bin ich dann schlauer, und für das nächste Mal weiß ich es dann.

Zum weiteren Stöbern nach seltenen Sorten habe ich übrigens noch zwei weitere Seiten:
http://sortenhandbuch.arche-noah.at (Arche Noah) und http://www.nutzpflanzenvielfalt.de (VEN).
Arche Noah ist die österreichische "Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihre Entwicklung" (Verein), VEN der deutsche "Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V". Beide haben sich den Erhalt von traditionellen Kulturpflanzen auf die Fahnen geschrieben. Die Sorten werden dezentral privat gepflegt, und man muss mit den einzelnen Leuten Kontakt aufnehmen wegen der Samen. Es ist nicht so komfortabel wie bei Dreschflegel, aber sehr interessant bei seltenen Sorten.

Bei VEN gibt es zudem eine Saatgutliste. Hier sind auch die Eigenschaften vieler Gemüsesorten aufgeführt. Bei Tomaten kann man (nach unten scrollen) z. B. nach Größe, Farbe, Gewicht, ob freilandtauglich, ob kreuzungsgefährdet und Ernte-/Genussreife aussuchen. Ursula Reinhard vom VEN hat die Datenbank in jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit erstellt. Auch Arche Noah hat ein Sortenhandbuch, das momentan nur online erhältlich ist, aber ab Frühjahr wieder in Druckform herauskommt.

Reinschauen werde ich auch wieder bei Rühlemanns http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de. Das ist zwar kein Verein, sondern eine "ganz normale Gärtnerei", aber so normal denn auch wieder nicht. Dort gibt es eine endlose Auswahl an exotischen Gemüsen und Kräutern. Eine Bestellung reicht da aber im Frühling, denn dort bestelle ich meist Pflanzen.

Ich muss mich da immer sehr disziplinieren, um nicht einen Bestell-Rausch zu bekommen, wenn ich in dem Katalog blättere, der sich wie ein spannendes Buch liest, mit Bildern und ganz tollen Beschreibungen mit Heilwirkungen und Herkunft usw. Besonders begeistert bin ich von der Cystus-Pflanze, die ich letztes Jahr gekauft habe, und die sich gut entwickelt hat. Ich hole mir regelmäßig Blättchen von draußen für Smoothies, Salat und Tee. Letztes Jahr hatte sie sogar einige rosa Blüten. Hier ein aktuelles Foto:

Cystus, 1 Jahr alt, Löwenstein TO (Weinbauklima). 28.01.05
Winterhart bis -10 Grad. Rosafarbene Blüten im Sommer.

Aber zurück zu meinen Plänen: Dieses Jahr will ich endlich den Gleisdorfer Ölkürbis anbauen, dessen Kerne man ohne zu schälen essen kann - die Kürbiskerne, die es zu kaufen gibt. Außerdem den Spaghetti-Kürbis, den ich bislang auch noch nicht angebaut habe. Bei den Zucchini interessiert mich neben den normalen Sorten die Zucchini White Bush, die man gedünstet aus der Schale löffeln kann, und die Vanillegeschmack haben. Einen Versuch ist es wert - ich freue mich darauf!

Bei den Tomaten werde ich verschiedene neue Sorten probieren, unter anderem Clarita, eine Salattomate, die freilandtauglich ist und einen guten Ertrag liefern soll. Daneben kommt wieder mal die Wildtomate Rote Murmel zum Einsatz, die ich schon einmal angebaut habe, leckere süße kleine Tomaten. Letztes Jahr hatte ich so viel Ausfall durch Krautfäule, selbst bei den Freilandtomaten, so dass ich reuig wieder zu dieser Sorte zurückkehre. Die empfindlicheren Sorten will ich unter Dach, aber gut belüftet, anbauen. Neues Jahr, neues Glück!

(Dieser Beitrag ist auch auf meinem Gartenblog http://selbstversorger-garten.blogspot.de zu lesen)

Donnerstag, 14. November 2013

Interessanter Naturblog ... und eigene Gedanken zum Thema gute Lebensmittel

In den letzten Tagen fand ich einen interessanten Naturblog - http://www.naturgeblogt.blogspot.de von Thomas Engst. Der aktuelle Beitrag "Die Verbraucher sind schon ein komisches Völkchen" brachte mich dazu, meine Gedanken zu dem Thema in einem Beitrag aufzuschreiben - wenn auch teils etwas ungeordnet.

Worum es geht, kann man bei ihm besser nachlesen. Ich finde, er bringt es gut auf den Punkt. Ich bin ziemlich der selben Meinung wie er. Allerdings war ich lange Zeit auch recht gedankenlos in der Hinsicht: Ich habe schon immer sehr viel Obst, Gemüse und Salate im eigenen Garten angebaut - und zu sonstigen Zeiten kaufte ich billige Ware aus dem Supermarkt, weil ich nicht einsah, dass ich dafür mein Geld "verplempere". Einerseits hatte ich das Geld zu manchen Zeiten nicht, andererseits war bei mir die Einsicht nicht da.

Inzwischen, auch durch den ständigen Dialog mit meinem Mann, der einen großen Wert auf gute Nahrung legt, kaufe ich das ganze Jahr bewusst Biolebensmittel ein - entweder im Bioladen, im Weltladen oder im Supermarkt. Das gute gleichmäßige Aussehen von Apfel, Kartoffel und Co. kommt davon, dass ein großer Teil aussortiert wird, der nicht der Norm entspricht und auch zum großen Teil von künstlichem Dünger und Spritzmitteln oder gar von genmanipulierten Pflanzen. Also lege ich keinen Wert auf 08/15-Ware.

Rosenblüte am 25. Oktober 2013 in unserem Garten
Von Frühjahr bis Herbst ernte ich Obst, Gemüse, Salate und Kräuter weitgehend aus eigenem Anbau, deshalb bin ich kaum auf Zukauf angewiesen. Durch die Pacht einer Streuobstwiese und auch einen großen gekauften Garten, neben unserem kleineren Hausgarten, haben wir einen großen Vorrat an Äpfeln, die unterschiedlich groß, mit Faulstellen usw. sind, und teils nur als Kompott gegessen werden können. Aber sie schmecken absolut himmlisch! Wir haben mindestens sieben verschiedene Sorten Äpfel, und jede Sorte schmeckt anders, und jede Sorte schmeckt gut. Auch anderes Obst und Nüsse hatten wir durch den neuen Garten (unser "Stückle") dieses Jahr in Massen und genießen es.

Wir haben Mangold, den es in den Sorten, die ich anbaue, kaum zu kaufen gibt - dieses Jahr die Sorte "Bright Lights", also den Mangold im Farbspektrum von Weiß über Gelb und Orange bis nach Pink und Rot. Letztes Jahr hatten wir die rote Variante. Wir hatten diesen Sommer viele Sorten Tomaten in sehr exotischen Formen und Farben - etwas, was es im Laden gar nicht zu kaufen gibt. Der Geschmack dieser teils alten Sorten - die Samen gekauft im http://www.dreschflegel-shop.de - ist exzellent und nicht so fade wie bei gekauften. In Salaten und Tees haben wir Kräuter, die es auch nur in den Standardsorten im Laden zu kaufen gibt. Einen Großteil dieser Kräuter habe ich bei Rühlemanns http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de gekauft.

Löwenstein/BW im Herbst - 29. Oktober 2013 - mit seinen Weinbergen, rechts oben die Burg
Es ist einfach genial, selbst einen Teils seines Bedarfs zu ziehen und sei es in noch so kleinem Umfang. Das schmeckt einfach doppelt so gut wie gekaufte Ware. Wer einmal die Erfahrung von selbst angebauten und geernteten Sachen gemacht hat, kommt nicht mehr davon los, auch wenn er "nur" Kräuter auf der Fensterbank zieht oder Tomaten auf dem Balkon. Und: Man schätzt diese Lebensmittel erst richtig, weil man merkt, wie viel Arbeit dahinter steckt. Man sieht, wie viel Arbeit die Landwirte, auch wenn sie konventionell wirtschaften, da hinein stecken.

Darum kaufe ich teils auch konventionelle Ware von örtlichen Bauern, die gerade in meinem Umfeld sehr viel Selbstvermarktung betreiben, indem sie kleine Stände vor dem Haus haben, in denen sie überwiegend Äpfel, aber auch anderes Obst und Gemüse anbieten, meist nur eine Kasse daneben, in die man das Geld dafür einwirt. So unterstütze ich diese direkt, ohne Umweg über die Zwischenhändler wie Edeka und andere. Es sind Bauern und Winzer, die es oft nur im Nebenerwerb betreiben, teils vielleicht mit Spritzmitteln. Weil ich finde, "verdienen" tun nur die Bauern/Landwirte/Winzer dieses Geld - und nicht die Händler, bei denen die mühsam gepflegte und geerntete Frucht landet, und die teils nur einen Bruchteil von dem erzielten Erlös den Landwirten abgeben.

Weinsberg/BW im Herbst - 30. Oktober 2013 - mit Weibertreu-Burg und Weinbergen
Den Hang zu Fertigprodukten hatte ich auch eine Zeit lang. Ich war Hausfrau und Mutter, hatte einen Vollzeitjob und einen Garten. Auch Näharbeiten machte ich noch für mich selbst und andere. Da wollte ich auch nicht noch lange kochen. Dann las ich in dem Forum "Einfach leben" - jetzt heißt es "Knausererforum" http://einfach-leben.freeky.at -, wie viele ungesunde Geschmacksverstärker, Aromastoffe und sonstige Zusatzstoffe in der Fertignahrung enthalten sind, die ich meiner Familie und mir nicht zumuten will - Tatsachen, die mir vorher in dem Ausmaß nicht bekannt oder bewusst waren. Danach stellte ich mein Nahrungs- und Kochverhalten um. Dabei sah ich, dass dies erst einmal weniger Abfall bringt und außerdem keinen Mehraufwand bedeuten muss. Gerade einfache Gerichte sind oft die schmackhaftesten, die "guten alten" Speisen, natürlich etwas abgespeckt im Kaloriengehalt, sind auch oft sehr einfach.

Zu diesem Gedankengang muss man aber erst finden. Man sollte eben jedem auch zugestehen, dass er auf seine Weise zu Einsichten kommt. Wir können nur Denkanstöße geben. Ich habe eben, rückwärts betrachtet, einiges so gemacht, wie ich es heute nicht mehr machen würde. Deshalb kann ich verstehen, dass andere Menschen sich auch so verhalten. Dieses Verhalten muss aber für sie nicht falsch sein oder sich falsch anfühlen. Sie haben eben diese Priorität. Das ist in sich wertneutral und muss nicht richtig oder falsch sein. Jeder ist so wie er ist. Jeder geht seinen Weg und sammelt dabei seine Einsichten.

Burg Stettenfels bei Untergruppenbach, Nähe Heilbronn/BW. Besuch am 27. Oktober 2013
Dass momentan die Smartphones einen hohen Stellenwert haben, kann ich zum Teil verstehen. Sie bieten eben tolle Möglichkeiten, wie auch das Internet tolle Möglichkeiten bietet - und das Internet haben anfangs durch viele total abgelehnt. Es könnte doch so sein, dass beides geht: Dass man sich einerseits gute Instrumente zulegt, um miteinander kommunizieren zu können, seine Angelegenheiten zu erledigen, Fotos zu machen, zu verschicken, Erinnerungen abzuspeichern und abzurufen, Codes einzuscannen und dadurch Informationen abzurufen.

Und dass man sich andererseits auch selber Wert genug ist, keine ungesunden Sachen zu sich zu nehmen. Denn das ist es, was viele essen - ich mit einbegriffen. Auch mich packt es manchmal und ich esse Brause und Gummibärchen, trinke Cola. Das ist eigentlich der pure Zucker und pure Chemie. Aber ich esse und trinke es, weil ich ab und zu glaube, es zu brauchen. Aber das ist eben nur ab und zu. Ich bin es mir auch Wert, gute Nahrung zu mir zu nehmen. Ich kaufe für meinen Mann und mich gute Lebensmittel, die ich möglichst unmittelbar verarbeite. Ich bin aber auch manchmal, ehrlich gesagt, zu faul zum Kochen und greife auf fertig bereitete Sachen zurück: Fertigteig, Fertigspätzle - maultaschen und -schupfnudeln, Fertignudeln, Obstkonserven, Fertiggebäck und Süßigkeiten. Nur sehe ich dabei, dass ich nicht das Billigste kaufe, denn der niedrige Preis geht zwangsläufig zu ungunsten der Qualität.

Ich sehe es auch nicht so kohlrabenschwarz, dass die Jugend nicht mehr kocht. Es ist doch wohl vielmehr so, dass sie beides machen: teils selber kochen, teils Fertigprodukte verwenden, teils essen gehen - eben so, wie sie Zeit und auch Lust haben.

Burg Stettenfels/BW, beleuchtet am Abend, fotografiert vom Pavillon aus
Kartoffeln haben den Ruch des Altbackenen, das habe ich auch schon bemerkt. Da haben aber auch die Kochshows einen Anteil daran, wo ja möglichst aufwendig gekocht werden muss. Alles muss möglichst ausgefallen und exotisch sein. Etwas anderes kann man ja seinen Gästen gar nicht mehr vorsetzen, so wird uns in solchen Shows, Wettbewerben oder in der Werbung suggeriert.

Ich koche Kartoffeln fast nur als Pellkartoffeln, weil da eben die meisten Nährstoffe erhalten bleiben. Was ist daran aufwendig? - Die Pellkartoffeln kann doch jeder selbst für sich am Tisch schälen. Das muss nicht derjenige machen, der kocht, denn da reißt sich keiner ein Bein aus, wenn er mal einige Kartoffeln selber schälen muss. Butter und Salz dazu oder Kräuterquark, und es ist eine vollwertige Mahlzeit, vielleicht ergänzt durch einen Salat. Es ist also in Wirklichkeit nicht viel Arbeit, bedeutet nur eine Umstellung in den Ansichten und Gewohnheiten.

Muss man aber nicht tun, denn jeder ist anders und jeder will und kann es so machen, wie er oder sie es für richtig hält. Ich will damit sagen, dass es okay ist, dass es diese vielfältigen Meinungen und Ansichten gibt. Das macht doch die Vielfalt der Menschen aus. Hardliner in einer Sache war ich nie. Ich habe immer versucht, auch die andere Seite zu verstehen, auch wenn es mir manchmal schwerfällt, weil die Ansicht so konträr zu meiner steht.

Burg Stettenfels - Zeltpavillon, in dem man Essen und Trinken konnte
Ich habe auch noch nicht mein ganzes Leben so umgestellt, wie ich es gerne hätte. Ich wäre gerne auch im Alltag umweltbewusster, würde gerne weniger Abfall produzieren, weniger mit dem Auto fahren, mehr gesunde Lebensmittel, am besten bio, kaufen und essen, viel mehr im Garten arbeiten und mehr eigene Lebensmittel anbauen. Aber ich komme ab und zu an meine Grenzen und kann einiges nicht, schaffe einiges nicht, mag manchmal auch nicht.

Ich versuche, immer wieder nachzudenken und meine Gedanken und Handlungen zu hinterfragen. Aber ich handle auch immer wieder gedankenlos, im Affekt und tue damit sogar anderen weh und/oder Unrecht. Ich versuche es immer wieder aufs Neue. Aber ich bleibe ein unvollkommener Mensch mit Schwächen und Fehlern. Und deshalb verstehe ich nur zu gut, wenn es anderen genauso wie mir ergeht und nehme es ihnen - manchmal nach einiger Zeit zum Nachdenken - nicht krumm. Jeder muss seinen Weg gehen, und es gibt viele Wege.

Für unsere Natur wären viele Dinge gut, aber ich finde, dass schon viele Leute auf einem guten Weg sind. Die vielen Initiativen stimmen mich zuversichtlich. Auch einzelne Menschen können viel bewirken, daher lese ich gerne bei anderen, schreibe hier ab und zu in meinem Blog oder versuche, durch mein Beispiel oder in Gesprächen Menschen für einen besseren Umgang mit unserer Natur zu gewinnen. Keiner möchte ja unserer Umwelt absichtlich Schaden zufügen.

Meine Gedanken gingen in vielem über den oben erwähnten Artikel hinaus. Ich hoffe aber, der eine oder andere hatte die Geduld, diese bis zum Schluss zu lesen oder wenigstens zu überfliegen. Zur Auflockerung habe ich einige Herbstbilder dazwischen gestreut. Über Rückmeldungen, egal ob positiver oder negativer Art, freue ich mich immer.

(auch hier zu lesen: http://selbstversorger-garten.blogspot.de)

Montag, 28. Januar 2013

Bestell-Fieber ... oder: Wie reduziere ich eine ellenlange Liste??

In meinem vorletzten Beitrag habe ich ja bereits darüber geschrieben, dass ich eine größere Bestellung bei Dreschflegel vorhatte. Die ist bereits abgeschickt, und ich warte auf die Lieferung. Meine Liste war lang, ich habe auch nach Durchsicht nur Einiges aussortiert. Es ist sehr schwer, angesichts der Verlockungen an vielfältigen Gemüse-, Salat- und Obstsorten eine Auswahl zu treffen.

Außer bei Dreschflegel gibt es übrigens auch noch andere Bestellmöglichkeiten für biologisches und außergewöhnliches Saatgut. Mittlerweile gibt es, wie in den Kleinanzeigen einschlägiger Magazine zu lesen ist, viele Leute, die so etwas anbieten.

Eine Möglichkeit bietet z. B. das SamenArchiv von Gerhard Bohl. Im Februarheft von Kraut & Rüben stellt der Tomaten-Experte 20 ungewöhnliche Tomatensorten vor, die man bestellen kann. 20 Tütchen Samen mit je 10 bis 15 Samen, zu insgesamt 20 Euro, plus Rückumschlag mit 90-Cent-Briefmarke. Das ist ein sehr fairer Preis, finde ich.

Ich hatte schon einmal Erfahrungen mit Tomatensamen von Gerhard Bohl gemacht. In einem anderen Heft bot er, auch gegen einen kleinen Betrag, Wildtomatensamen an, die ich vor zwei Jahren mit großem Erfolg auf einem Beet im Garten anbaute.

Die Lieferung ist bereits da, es ging sehr flott. Nun werde ich Samentüten basteln, zumindest mit Namen und Beschreibung, vielleicht auch mit Bild (aus dem Kraut & Rüben-Heft), in die ich die Hälfte der Samen abfülle. Ich habe nämlich mit jemand ausgemacht, dass wir die meisten Samen nur einmal bestellen und dann durch zwei teilen. So mussten wir nur die Hälfte bestellen, bekommen aber die ganze Vielfalt. Die ganzen Samen braucht man sowieso nicht.

In dem oben aufgeführten Link, in dem auch die Adresse des SamenArchives zu finden ist, kann man weitere sehr interessante Ausführungen über die Saatgutproblematik lesen. Ich werde mich jedenfalls intensiver mit dem Anbau und auch der Samengewinnung von alten, teils unbekannten Sorten befassen, um noch mehr Vielfalt auf den Teller zu bekommen.

Jeder, der eine Fensterbank oder einen Balkon hat, kann da mitmachen. Tomaten vom Balkon sind auch etwas Köstliches. Auch wenn man keinen Garten vor dem Haus hat, bekommt man vielleicht ein Eckchen, an dem man Einen Topf mit Tomaten oder Paprika oder Andenbeere bzw. Ananaskirsche aufstellen kann. Nicht nur für Kinder ein wundervolles (Geschmacks-)Erlebnis!

Das Sortenbuch vom SamenArchiv von Gerhard Bohl enthält übrigens noch viele andere Blumen, Stauden und Gemüsepflanzen. Ich werde mir das Sortenbuch auf CD-R für 5 Euro schicken lassen. Ein Euro pro Samentüte ist ein sehr günstiger Preis. Oh, ich sitze schon in den Startlöchern und freue mich auf die baldige Gartensaison!


Hier habe ich ein Bild vom 19. Juli letzten Jahres hervorgekramt. Hinter dem Haus ist eine Fläche, auf der ich eine kleine "Tomatenplantage" wuchern ließ. Dieser Platz erhält viel Vormittagssonne, außerdem speichern die Mauern die Wärme. Es war alles ein bisschen wild und ungepflegt, denn ich kam nicht nach mit Ausbeizen und Anbinden, aber die Ernte der kleinen Cherrytomaten war gut und sie schmeckten prima. Ich wollte ja keinen Preis in ordentlichem Gärtnern gewinnen ;-)


Auf den Balken, die seitlich zu sehen sind, hat mein Mann ein Gitter angebracht, an dem die Gurken und einen Kürbis hochranken konnten. Dieses oder nächstes Jahr wird ein Wintergarten an der Stelle realisiert, die Fläche fällt also weitgehend für solche Zwecke weg. Dafür ist aber in dem neuen Garten sehr viel mehr Platz für Tomaten, Gurken und Co. Außerdem trocknen Tomatenpflanzen, die in der Gartenerde stecken, nicht so schnell aus, müssen also nicht so oft wie Töpfe gewässert werden. Dies war eher eine Notlösung, weil ich meine Tomatenpflanzen unterbringen und auch genügend ernten wollte und in meinem Garten beim Haus nicht genügend Platz war.

(diesen Artikel habe ich auch in meinem Themenblog: Selbstversorger-Garten abgelegt)

Sonntag, 20. Januar 2013

Bestellungen - Dicke Bohnen - und das EU Saatgutverkehrsrecht

Jetzt, da bald die Zeit beginnt, in der die ersten Pflanzen angesät und vorgezogen werden, wird es höchste Zeit, dass ich das entsprechende Saatgut bestelle. Einiges habe ich ja schon daheim, aber Etliches muss ich noch bestellen. Gerade bin ich noch dabei, das Bestellheft "Saaten und Taten 2012" von Dreschflegel durchzusehen, für die nächste dringende Bestellung. Einiges kann nämlich schon im Februar gesät werden, wie z. B. Puffbohnen.

Puffbohnen, auch Dicke Bohnen genannt, Vicia faba, hatte ich letztes Jahr zum ersten Mal angebaut. Die Empfehlung dafür las ich in dem Buch "Selbstversorgung aus dem Garten" von John Seymour, das ich wieder einmal durchforstet hatte. Dieses Buch ist ja ein richtiges Grundlagenwerk für Leute, die sich weitgehend selbst versorgen wollen. Es stammt aus den 70er Jahren, aber es ist heute noch aktuell und gültig.

In dem Buch wurde angeführt, dass die Puffbohne für den Selbstversorger eine der wichtigsten Pflanzen wäre und ihn und seine Familie das ganze Jahr hindurch ernähren könne. Die Versorgung mit eiweißreicher Pflanzenkost könne während des ganzen Winters und auch im Sommer sichergestellt werden. Leider hatte ich nicht die Empfehlung beachtet, die Bohnen schon Mitte Februar zu säen.

Das geschieht jedoch aus gutem Grund. Zum einen ist die Pflanze recht frostunempfindlich und entwickelt sich im Frühjahr schnell, so dass es gut ist, dies auszunutzen, um so früh wie möglich die erste eiweißreiche Nahrung aus dem Garten ernten zu können. Und zum anderen wird gerade diese Bohne mit der Schwarzen Bohnenblattlaus befallen. Je früher die Pflanze wächst, umso weniger Angriffspunkt hat die Blattlaus.

Ich setzte die Bohnen letztes Jahr recht spät, im April. Sie waren noch nicht sehr groß gewachsen, als sie schon an den Triebspitzen über und über mit schwarzen Läusen befallen waren. Diese Triebspitzen konnte ich nicht, wie empfohlen, abzwicken, um den Läusen die Nahrung zu entziehen, denn an den Pflanzen war ja kaum etwas dran. Ich hatte ja nur eine Reihe Puffbohnen gesteckt, aber die Ernte war mehr als jämmerlich. Ich konnte nur eine Handvoll Bohnen ernten.

Dieses Jahr fange ich rechtzeitig an, ganz bestimmt. Im Februarheft 2013 der "Kraut & Rüben" wird sogar empfohlen, die Bohnen ab Ende Januar vorzuziehen, um sie noch früher ins Beet setzen zu können. Vielleicht mache ich das auch. Allerdings nicht auf die Weise, wie es vorgeschlagen wurde.

Die Idee, Papprollen von Toilettenpapier oder Küchenrolle (diese dann in Teile geschnitten) als Hülle für die Pflanzerde zu nehmen und darin Pflanzen heranzuziehen, hatte ich auch schon, aber mein Mann gab mir zu bedenken, wie viele Schadstoffe in diesen Kartonagen drin sind. Ich möchte ja unser Essen mit so wenig Schadstoffen wie möglich belastet wissen, und darum werde ich Alternativen wählen, die weniger schadstoffbelastet sind.

 Zurück zum Dreschflegel-Versand. Der hat sage und schreibe fünf Sorten dieser Bohne und beschert mir damit die Qual der Wahl. Ich habe mir die Sorten "Osnabrücker Markt" und "Karmesin" vorgemerkt (beides freie Sorten des Dreschflegel e. V.), wobei die Sorte "Karmesin" noch leuchtend rot blüht und damit zur Zierde des Gartens beiträgt. Die Sorte vom letzten Jahr, die ich im normalen Gartenhandel gekauft habe, blühte weiß.

Jetzt muss ich nur noch schauen, dass ich meine Bestellung zügig losschicke, damit ich bald möglichst mit dem Vorziehen der Puffbohnen beginnen kann. ....... Und ich muss sehen, dass ich nicht vor Begeisterung mehr bestelle, als ich in meinen Gärten unterbringe und verarbeiten kann *zwinker*.

Ein Bild von Puffbohnen kann ich leider nicht vorweisen,
aber ein kleines Stimmungsbild nach frisch gefallenem Schnee im Garten.


P. S. Wer übrigens weitere Informationen zu dem traurigen Thema nachlesen will, dass in Brüssel das EU Saatgutverkehrsrecht überarbeitet werden soll - und höchstwahrscheinlich die großen Saatgutkonzerne ihre Interessen durchsetzen werden - kann das HIER (dreschflegel-verein.de) und HIER (arche-noah.at) tun. Die Monopole der Großkonzerne werden weiter gestärkt, wenn die befürchtete Lösung kommt, und es verschwinden immer mehr alte Sorten vom Markt. Mehr Vielfalt, weniger Eintönigkeit bei den Saatgutsorten, keine Illegalisierung von Weitergabe eigenen Saatgutes - ich habe bereits eine Petition mit unterschrieben. Wem auch dieses Thema am Herzen liegt, kann HIER (Link: seedforall) unterzeichnen.